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nicht geheizt rief er plötzlich und lief zu den Röhren, um die Hände daran zu legen... Nein, wir werden hier ziemlich kühl gehalten, antwortete Joachim. Da mu es anders kommen, bis im August die Zentralheizung angezündet wird.

werden, in Gottes Namen, ja nicht geradezu sieben Jahre sein Und somit fangen wir an.Ein einfacher junger Mensch reiste im Hochsommer von Hamburg, seiner Vaterstadt, nach Davos-Platz im Graubündischen.Er fuhr auf Besuch für drei Wochen.Von Hamburg bis dort hinauf, das ist aber eine weite Reise zu weit eigentlich im Verhältnis zu einem so kurzen Aufenthalt.

Gleich wann Na, in drei Wochen. Ach so, du fährst wohl schon wieder nach Hause in deinen Gedanken, antwortete Joachim. Nun, warte nur, du kommst ja eben erst an.Drei Wochen sind freilich fast nichts für uns hier oben, aber für dich, der du zu Besuch hier bist und überhaupt nur drei Wochen bleiben sollst, für dich ist es doch eine Menge Zeit.

Castorp a sehr stark, obgleich sein Appetit sich nicht als so lebhaft erwies, wie er geglaubt hatte.Aber er war gewohnt, viel zu essen, auch wenn er keinen Hunger hatte, und zwar aus Selbstachtung.Joachim tat den Gerichten nicht viel Ehre an.Er hatte die Küche satt, sagte er, das hätten sie alle hier oben, und es sei Brauch, auf das Essen zu schimpfen denn wenn man hier ewig und drei Tage sitze.

Jetzt hatte er andere Sorgen.Hans Castorp fuhr fort Du kommst doch gleich mit mir hinunter Ich sehe wirklich kein Hindernis. Gleich mit dir fragte der Vetter und wandte ihm seine gro en Augen zu, die immer sanft gewesen waren, in diesen fünf Monaten aber einen etwas müden, ja traurigen Ausdruck angenommen hatten.

Restaurant war es hell, elegant und gemütlich.Es lag gleich rechts an der Halle, den Konversationsräumen gegenüber, und wurde, wie Joachim erklärte, hauptsächlich von neu angekommenen, au er der Zeit speisenden Gästen, und von solchen, die Besuch hatten, benutzt.

Links oben, wo früher Rasseln zu hören war, klingt es jetzt nur noch rauh, das ist nicht so schlimm, aber unten ist es noch sehr rauh, und dann sind auch im zweiten Interkostalraum Geräusche. Wie gelehrt du geworden bist, sagte Hans Castorp.

eingewurzelte Gewohnheit zwischen den Vettern.Ein Mann in Livree, mit Tressenmütze, sah zu, wie sie einander der junge Ziem en in militärischer Haltung rasch und ein bi chen verlegen die Hände schüttelten, und kam dann heran, um sich Hans Castorps Gepäckschein auszubitten denn er war der Concierge des Internationalen Sanatoriums Berghof und zeigte sich willens, den gro en Koffer des Gastes vom Bahnhof Platz zu holen, indes die Herren direkt mit dem Wagen zum Abendbrot fuhren.

Gletscher und Firnen und die gewaltigen Bergesriesen Diese Dinger sind doch nicht sehr hoch, wie mir scheint. Doch, sie sind hoch, antwortete Joachim. Du siehst die Baumgrenze fast überall, sie markiert sich ja auffallend scharf, die Fichten hören auf, und damit hört alles auf, aus ist es, Felsen, wie du bemerkst.

fehlte nicht viel, da Hans Castorp aufs neue vom Lachen überwältigt wurde. Was, ihr liegt noch bei Nacht und Nebel auf dem Balkon fragte er mit wankender Stimme... Ja, das ist Vorschrift.Von acht bis zehn.Aber komm nun, sieh dir dein Zimmer an und wasch dir die Hände.

sonderbar zu sagen, aber von jeher hatten sie es vermieden, einander beim Vornamen zu nennen, einzig und allein aus Scheu vor zu gro er Herzenswärme.Da sie sich aber doch nicht gut mit Nachnamen anreden konnten, so beschränkten sie sich auf das Du.

bestiegen den Lift, dessen elektrisches Triebwerk der Franzose bediente.Im Hinaufgleiten trocknete Hans Castorp sich die Augen. Ich bin ganz entzwei und erschöpft vor Lachen, sagte er und atmete durch den Mund. Du hast mir soviel tolles Zeug erzählt.

Castorp besann sich so rasch er konnte. Ja, so sagte er, indem er im Gehen den Kopf hob und sich flüchtig umblickte. Du wirst mir doch aber nicht weismachen wollen, da du noch so etwas hast Du siehst ja aus, als ob du dein Portepee schon hättest und gerade aus dem Manöver kämst.

Stellen des Ganges, auf dem Fu boden vor den wei lackierten numerierten Türen, standen gewisse Ballons, gro e, bauchige Gefä e mit kurzen Hälsen, nach deren Bedeutung zu fragen Hans Castorp fürs erste verga. Hier bist du, sagte Joachim.

Joachim lachte ebenfalls herzlich es schien ihm wohlzutun, und so kam es, da die jungen Leute in gro er Aufgeräumtheit aus ihrem Wagen stiegen, der sie zuletzt im Schritt, auf steiler, schleifenförmiger Anfahrt vor das Portal des Internationalen Sanatoriums Berghof getragen hatte.

freundliches, gaumig sprechendes Mädchen in schwarzem Kleide mit wei er Schürze und einem gro en Gesicht von überaus gesunder Farbe bediente sie, und zu seiner gro en Heiterkeit lie Hans Castorp sich belehren, da man die Kellnerinnen hier Saaltöchter nenne.

Dagegen trank er mit Vergnügen, ja mit einer gewissen Hingebung von dem Wein, und gab unter sorgfältiger Vermeidung allzu gefühlvoller Wendungen wiederholt seiner Genugtuung Ausdruck, da jemand da sei, mit dem man ein vernünftiges Wort reden könne.

bedenken, sagte er, da ich dergleichen nie gehört habe, da es mir völlig neu ist, da macht es natürlich Eindruck auf mich.Es gibt so vielerlei Husten, trockenen und losen, und der lose ist eher noch vorteilhafter, wie man allgemein sagt, und besser, als wenn man so bellt.

hatten sich eben vor dem Stationsgebäude, das nicht viel mehr als ein Schuppen war, in das gelbe Kabriolett gesetzt, das dort auf steinigem Platze bereit stand, und während die beiden Braunen anzogen, warf sich Hans Castorp empört auf dem harten Kissen herum.

Neben ihm auf der Bank lag ein broschiertes Buch namens Ocean steamships, worin er zu Anfang der Reise bisweilen studiert hatte jetzt aber lag es vernachlässigt da, indes der hereinstreichende Atem der schwer keuchenden Lokomotive seinen Umschlag mit Kohlenpartikeln verunreinigte.

Verlobter war bei ihr, englischer Marineoffizier, aber er benahm sich nicht gerade stramm.Jeden Augenblick kam er auf den Korridor hinaus, um zu weinen, ganz wie ein kleiner Junge.Und dann rieb er sich die Backen mit Cold-cream ein, weil er rasiert war und die Tränen ihn da so brannten.

antwortete, indem er von den drei Wochen sprach, auch seines Examens erwähnte und hinzufügte, da er, gottlob, ganz gesund sei. Wahrhaftig fragte Dr.Krokowski, indem er seinen Kopf wie neckend schräg vorwärts stie und sein Lächeln verstärkte.

deine Sachen her. Und lachend, verwirrt, in der Aufregung der Ankunft und des Wiedersehens reichte Hans Castorp ihm Handtasche und Wintermantel, die Plaidrolle mit Stock und Schirm und schlie lich auch Ocean steamships hinaus.Dann lief er über den engen Korridor und sprang auf den Bahnsteig zur eigentlichen und sozusagen nun erst persönlichen Begrü ung mit seinem Vetter, die sich ohne Überschwang, wie zwischen Leuten von kühlen und spröden Sitten, vollzog.

Krokowskis in der Tat ein ateliermä iges Gepräge verlieh.Herzlich lächelnd, so da in seinem Barte die gelblichen Zähne sichtbar wurden, schüttelte er dem jungen Manne die Hand, indem er mit baritonaler Stimme und etwas fremdländisch schleppenden Akzenten sagte Seien Sie uns willkommen, Herr Castorp Möchten Sie sich rasch einleben und sich wohlfühlen in unserer Mitte.

hinaus der Zug wand sich gebogen auf schmalem Pa man sah die vorderen Wagen, sah die Maschine, die in ihrer Mühe braune, grüne und schwarze Rauchmassen ausstie, die verflatterten.Wasser rauschten in der Tiefe zur Rechten links strebten dunkle Fichten zwischen Felsblöcken gegen einen steingrauen Himmel empor.

Aufenthalte und Umständlichkeiten.Beim Orte Rorschach, auf schweizerischem Gebiet, vertraut man sich wieder der Eisenbahn, gelangt aber vorderhand nur bis Landquart, einer kleinen Alpenstation, wo man den Zug zu wechseln gezwungen ist.Es ist eine Schmalspurbahn, die man nach längerem Herumstehen in windiger und wenig reizvoller Gegend besteigt, und in dem Augenblick, wo die kleine, aber offenbar ungewöhnlich zugkräftige Maschine sich in Bewegung setzt, beginnt der eigentlich abenteuerliche Teil der Fahrt, ein jäher und zäher Aufstieg, der nicht enden zu wollen scheint.

Zwischendurch betrübte Joachim sich und gedachte seines Loses. Ja, da sitzen wir nun und lachen, sagte er mit schmerzendem Gesicht und zuweilen von den Erschütterungen seines Zwerchfelles unterbrochen und dabei ist gar nicht abzusehen, wann ich hier wegkomme, denn wenn Behrens sagt noch ein halbes Jahr, dann ist es knapp gerechnet, man mu sich auf mehr gefa t machen.

sagte Joachim, da sieht es böse aus.Ein österreichischer Aristokrat, wei t du, eleganter Mann und ganz wie zum Herrenreiter geboren.Und nun steht es so mit ihm.Aber er geht noch herum. Während sie ihren Weg fortsetzten, sprach Hans Castorp angelegentlich über den Husten des Herrenreiters.

Nummer Vierunddrei ig.Rechts bin ich, und links ist ein russisches Ehepaar, etwas salopp und laut, mu man wohl sagen, aber das war nicht anders zu machen.Nun, was sagst du Die Tür war doppelt, mit Kleiderhaken im inneren Hohlraum.Joachim hatte das Deckenlicht eingeschaltet, und in seiner zitternden Klarheit zeigte das Zimmer sich heiter und friedlich, mit seinen wei en, praktischen Möbeln, seinen ebenfalls wei en, starken, waschbaren Tapeten, seinem reinlichen Linoleum-Fu bodenbelag und den leinenen Vorhängen, die in modernem Geschmacke einfach und lustig bestickt waren.

Jetzt aber war ihm doch, als ob die Umstände seine volle Aufmerksamkeit erforderten und als ob es nicht angehe, sie auf die leichte Achsel zu nehmen.Dieses Emporgehobenwerden in Regionen, wo er noch nie geatmet und wo, wie er wu te, völlig ungewohnte, eigentümlich dünne und spärliche Lebensbedingungen herrschten, es fing an, ihn zu erregen, ihn mit einer gewissen Ängstlichkeit zu erfüllen.

Leichen Ach so Na, höre mal rief Hans Castorp.Und plötzlich geriet er ins Lachen, in ein heftiges, unbezwingliches Lachen, das seine Brust erschütterte und sein vom kühlen Wind etwas steifes Gesicht zu einer leise schmerzenden Grimasse verzog.

haben die meisten von uns hier oben, sagte er. Es hat auch einen Namen bei uns, so einen Spitznamen, ganz fidel.Du siehst dir die Gegend an Das tat Hans Castorp, und er äu erte Gro artig Findest du fragte Joachim.Sie hatten die unregelmä ig bebaute, der Eisenbahn gleichlaufende Stra e ein Stück in der Richtung der Talachse verfolgt, hatten dann nach links hin das schmale Geleise gekreuzt, einen Wasserlauf überquert und trotteten nun auf sanft ansteigendem Fahrweg bewaldeten Hängen entgegen, dorthin, wo auf niedrig vorspringendem Wiesenplateau, die Front südwestlich gewandt, ein langgestrecktes Gebäude mit Kuppelturm, das vor lauter Balkonlogen von weitem löcherig und porös wirkte wie ein Schwamm, soeben die ersten Lichter aufsteckte.

kommen zu uns als Patient, wenn ich mir die Frage erlauben darf Es war rührend zu sehen, wie Hans Castorp arbeitete, um sich artig zu erweisen und seiner Schläfrigkeit Herr zu werden.Er ärgerte sich, so schlecht in Form zu sein und sah mit dem mi trauischen Selbstbewu tsein junger Leute in dem Lächeln und dem aufmunternden Wesen des Assistenten Zeichen nachsichtigen Spottes.

hatte aber die Wendung Wir hier oben gemeint, die Joachim schon zum dritten- oder viertenmal gebraucht hatte und die ihn auf irgendeine Weise beklemmend und seltsam anmutete. Unser Sanatorium liegt noch höher als der Ort, wie du siehst, fuhr Joachim fort.

brach das Lächeln Dr.Krokowskis wieder siegreich hervor, und indem er dem jungen Manne aufs neue die Hand schüttelte, rief er mit lauter Stimme Nun, so schlafen Sie denn wohl, Herr Castorp, im Vollgefühl Ihrer untadeligen Gesundheit Schlafen Sie wohl und auf Wiedersehn Damit entlie er die jungen Leute und setzte sich wieder zu seiner Zeitung nieder.

höchst studierenswerte Erscheinung Mir ist nämlich ein ganz gesunder Mensch noch nicht vorgekommen.Was für ein Examen haben Sie abgelegt, wenn die Frage erlaubt ist Ich bin Ingenieur, Herr Doktor, antwortete Hans Castorp mit bescheidener Würde.

Castorp konnte sich gar nicht über den vernommenen Husten beruhigen, er versicherte wiederholt, da man förmlich dabei in den Herrenreiter hineinsähe, und als sie das Restaurant betraten, hatten seine reisemüden Augen einen erregten Glanz.

jungen Leute sich niedergelassen hatten, wechselte sie den Platz, um ihnen den Rücken zuzuwenden.Sie sei menschenscheu, erklärte Joachim leise, und esse immer mit einem Buche im Restaurant.Man wollte wissen, da sie schon als ganz junges Mädchen in Lungensanatorien eingetreten sei und seitdem nicht mehr in der Welt gelebt habe.

wäre kein Nachteil für eine Geschichte, sondern eher ein Vorteil denn Geschichten müssen vergangen sein, und je vergangener, könnte man sagen, desto besser für sie in ihrer Eigenschaft als Geschichten und für den Erzähler, den raunenden Beschwörer des Imperfekts.

Vorher also spielt sie, wenn auch nicht lange vorher.Aber ist der Vergangenheitscharakter einer Geschichte nicht desto tiefer, vollkommener und märchenhafter, je dichter vorher sie spielt Zudem könnte es sein, da die unsrige mit dem Märchen auch sonst, ihrer inneren Natur nach, das eine und andre zu schaffen hat.