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Husten, offenbar, eines Mannes Husten aber ein Husten, der keinem anderen ähnelte, den Hans Castorp jemals gehört hatte, ja, mit dem verglichen jeder andere ihm bekannte Husten eine prächtige und gesunde Lebensäu erung gewesen war, ein Husten ganz ohne Lust und Liebe, der nicht in richtigen Stö en geschah, sondern nur wie ein schauerlich kraftloses Wühlen im Brei organischer Auflösung klang.

Geburtstage und bevorstehende Abreisen wurden dort festlich begangen, sowie günstige Ergebnisse von Generaluntersuchungen.Manchmal gehe es hoch her im Restaurant, sagte Joachim auch Champagner werde serviert.Jetzt sa niemand als eine einzelne etwa drei igjährige Dame darin, die in einem Buche las, aber dabei vor sich hin summte und mit dem Mittelfinger der linken Hand immerfort leicht auf das Tischtuch klopfte.

sonderbar zu sagen, aber von jeher hatten sie es vermieden, einander beim Vornamen zu nennen, einzig und allein aus Scheu vor zu gro er Herzenswärme.Da sie sich aber doch nicht gut mit Nachnamen anreden konnten, so beschränkten sie sich auf das Du.

braun, aber das ist hauptsächlich Schneeverbrennung und hat nicht viel zu bedeuten, wie Behrens auch immer sagt, und bei der letzten Generaluntersuchung hat er gesagt, ein halbes Jahr wird es wohl ziemlich sicher noch dauern. Ein halbes Jahr Bist du toll rief Hans Castorp.

dich, glaube ich, rasch noch vorstellen. Dr.Krokowski sa im Hellen, am Kamin des einen Konversationszimmers, gleich bei der offenen Schiebetür, und las eine Zeitung.Er stand auf, als die jungen Leute auf ihn zutraten und Joachim in militärischer Haltung sagte Darf ich Ihnen, bitte, meinen Vetter Castorp aus Hamburg vorstellen, Herr Doktor.

bedenken, sagte er, da ich dergleichen nie gehört habe, da es mir völlig neu ist, da macht es natürlich Eindruck auf mich.Es gibt so vielerlei Husten, trockenen und losen, und der lose ist eher noch vorteilhafter, wie man allgemein sagt, und besser, als wenn man so bellt.

halbes Jahr du bist ja schon fast ein halbes Jahr hier Man hat doch nicht so viel Zeit Ja, Zeit, sagte Joachim und nickte mehrmals geradeaus, ohne sich um des Vetters ehrliche Entrüstung zu kümmern. Die springen hier um mit der menschlichen Zeit, das glaubst du gar nicht.

vorüber.Er sah, da der Aufstieg ein Ende genommen hatte, die Pa höhe überwunden war.Auf ebener Talsohle rollte der Zug nun bequemer dahin.Es war gegen acht Uhr, noch hielt sich der Tag.Ein See erschien in landschaftlicher Ferne, seine Flut war grau, und schwarz stiegen Fichtenwälder neben seinen Ufern an den umgebenden Höhen hinan, wurden dünn weiter oben, verloren sich und lie en nebelig-kahles Gestein zurück.

kommen zu uns als Patient, wenn ich mir die Frage erlauben darf Es war rührend zu sehen, wie Hans Castorp arbeitete, um sich artig zu erweisen und seiner Schläfrigkeit Herr zu werden.Er ärgerte sich, so schlecht in Form zu sein und sah mit dem mi trauischen Selbstbewu tsein junger Leute in dem Lächeln und dem aufmunternden Wesen des Assistenten Zeichen nachsichtigen Spottes.

brach das Lächeln Dr.Krokowskis wieder siegreich hervor, und indem er dem jungen Manne aufs neue die Hand schüttelte, rief er mit lauter Stimme Nun, so schlafen Sie denn wohl, Herr Castorp, im Vollgefühl Ihrer untadeligen Gesundheit Schlafen Sie wohl und auf Wiedersehn Damit entlie er die jungen Leute und setzte sich wieder zu seiner Zeitung nieder.

Aufenthalte und Umständlichkeiten.Beim Orte Rorschach, auf schweizerischem Gebiet, vertraut man sich wieder der Eisenbahn, gelangt aber vorderhand nur bis Landquart, einer kleinen Alpenstation, wo man den Zug zu wechseln gezwungen ist.Es ist eine Schmalspurbahn, die man nach längerem Herumstehen in windiger und wenig reizvoller Gegend besteigt, und in dem Augenblick, wo die kleine, aber offenbar ungewöhnlich zugkräftige Maschine sich in Bewegung setzt, beginnt der eigentlich abenteuerliche Teil der Fahrt, ein jäher und zäher Aufstieg, der nicht enden zu wollen scheint.

Heimat und Ordnung lagen nicht nur weit zurück, sie lagen hauptsächlich klaftertief unter ihm, und noch immer stieg er darüber hinaus.Schwebend zwischen ihnen und dem Unbekannten fragte er sich, wie es ihm dort oben ergehen werde.Vielleicht war es unklug und unzuträglich, da er, geboren und gewohnt, nur ein paar Meter über dem Meeresspiegel zu atmen, sich plötzlich in diese extremen Gegenden befördern lie, ohne wenigstens einige Tage an einem Platze von mittlerer Lage verweilt zu haben Er wünschte, am Ziel zu sein, denn einmal oben, dachte er, würde man leben wie überall und nicht so wie jetzt im Klimmen daran erinnert sein, in welchen unangemessenen Sphären man sich befand.

Gleich wann Na, in drei Wochen. Ach so, du fährst wohl schon wieder nach Hause in deinen Gedanken, antwortete Joachim. Nun, warte nur, du kommst ja eben erst an.Drei Wochen sind freilich fast nichts für uns hier oben, aber für dich, der du zu Besuch hier bist und überhaupt nur drei Wochen bleiben sollst, für dich ist es doch eine Menge Zeit.

Vorgestern abend hatte die Amerikanerin noch zwei Blutstürze ersten Ranges, und damit war Schlu.Aber sie ist schon seit gestern morgen fort, und dann haben sie hier natürlich gründlich ausgeräuchert, mit Formalin, wei t du, das soll so gut sein für solche Zwecke.

Verlobter war bei ihr, englischer Marineoffizier, aber er benahm sich nicht gerade stramm.Jeden Augenblick kam er auf den Korridor hinaus, um zu weinen, ganz wie ein kleiner Junge.Und dann rieb er sich die Backen mit Cold-cream ein, weil er rasiert war und die Tränen ihn da so brannten.

junger Anfänger gegen sie mit deinen fünf Monaten und wirst es noch sein, wenn du ein Jahr auf dem Buckel hast, sagte Hans Castorp zu seinem Vetter worauf Joachim mit jenem Achselzucken, das ihm früher nicht eigen gewesen war, zur Menukarte griff.

sitze mit ihm am Tische, namens Frau Stöhr, ziemlich krank übrigens, eine Musikersgattin aus Cannstatt, die sei das Ungebildetste, was ihm jemals vorgekommen. Desinfiszieren sage sie, aber in vollstem Ernst.Und den Assistenten Krokowski nenne sie den Fomulus.

Krankenschwester zeigte sich irgendwo, in wei er Haube und einen Zwicker auf der Nase, dessen Schnur sie sich hinter das Ohr gelegt hatte.Offenbar war sie protestantischer Konfession, ohne rechte Hingabe an ihren Beruf, neugierig und von Langerweile beunruhigt und belastet.

Leichen, die man die Bob-Bahn hinuntersandte, mu te er wiederholen und noch einmal ausdrücklich versichern, da es auf Wahrheit beruhe.Da Hans Castorp wieder vom Lachen ergriffen wurde, lachte auch er, was er herzlich zu genie en schien, und lie andere komische Dinge hören, um der Ausgelassenheit Nahrung zu geben.

schläfst ja sagte Joachim. Komm, es ist Zeit, zu Bett zu gehen, für uns beide. Es ist überhaupt keine Zeit, sagte Hans Castorp mit schwerer Zunge.Aber er ging doch mit, etwas gebückt und steifbeinig, wie ein Mensch, der von Müdigkeit förmlich zu Boden gezogen wird, nahm sich jedoch gewaltsam zusammen, als er in der nur noch matt erleuchteten Halle Joachim sagen hörte Da sitzt Krokowski.

Vorher also spielt sie, wenn auch nicht lange vorher.Aber ist der Vergangenheitscharakter einer Geschichte nicht desto tiefer, vollkommener und märchenhafter, je dichter vorher sie spielt Zudem könnte es sein, da die unsrige mit dem Märchen auch sonst, ihrer inneren Natur nach, das eine und andre zu schaffen hat.

hart, sage mal selbst, ob es nicht traurig für mich ist.Da war ich nun schon genommen, und im nächsten Monat könnte ich meine Offiziersprüfung machen.Und nun lungere ich hier herum mit dem Thermometer im Mund und zähle die Schnitzer von dieser ungebildeten Frau Stöhr und versäume die Zeit.

wäre kein Nachteil für eine Geschichte, sondern eher ein Vorteil denn Geschichten müssen vergangen sein, und je vergangener, könnte man sagen, desto besser für sie in ihrer Eigenschaft als Geschichten und für den Erzähler, den raunenden Beschwörer des Imperfekts.

antwortete, indem er von den drei Wochen sprach, auch seines Examens erwähnte und hinzufügte, da er, gottlob, ganz gesund sei. Wahrhaftig fragte Dr.Krokowski, indem er seinen Kopf wie neckend schräg vorwärts stie und sein Lächeln verstärkte.

Raum, der sich drehend und fliehend zwischen ihn und seine Pflanzstätte wälzt, bewährt Kräfte, die man gewöhnlich der Zeit vorbehalten glaubt von Stunde zu Stunde stellt er innere Veränderungen her, die den von ihr bewirkten sehr ähnlich sind, aber sie in gewisser Weise übertreffen.

seinen gro en schwarzen Augen und dem dunklen Schnurrbärtchen über dem vollen, gut geschnittenen Munde wäre er geradezu schön gewesen, wenn er nicht abstehende Ohren gehabt hätte.Sie waren sein einziger Kummer und Lebensschmerz gewesen bis zu einem gewissen Zeitpunkt.

hatte aber die Wendung Wir hier oben gemeint, die Joachim schon zum dritten- oder viertenmal gebraucht hatte und die ihn auf irgendeine Weise beklemmend und seltsam anmutete. Unser Sanatorium liegt noch höher als der Ort, wie du siehst, fuhr Joachim fort.

sagte Joachim, da sieht es böse aus.Ein österreichischer Aristokrat, wei t du, eleganter Mann und ganz wie zum Herrenreiter geboren.Und nun steht es so mit ihm.Aber er geht noch herum. Während sie ihren Weg fortsetzten, sprach Hans Castorp angelegentlich über den Husten des Herrenreiters.

Stockfinstere Tunnel kamen, und wenn es wieder Tag wurde, taten weitläufige Abgründe mit Ortschaften in der Tiefe sich auf.Sie schlossen sich, neue Engpässe folgten, mit Schneeresten in ihren Schründen und Spalten.Es gab Aufenthalte an armseligen Bahnhofshäuschen, Kopfstationen, die der Zug in entgegengesetzter Richtung verlie, was verwirrend wirkte, da man nicht mehr wu te, wie man fuhr und sich der Himmelsgegenden nicht länger entsann.

lachte und sagte wieder Komm nur heraus, du, geniere dich nicht Ich bin aber noch nicht da, sagte Hans Castorp verdutzt und noch immer sitzend. Doch, du bist da.Dies ist das Dorf.Zum Sanatorium ist es näher von hier.Ich habe nen Wagen mit.

Jetzt hatte er andere Sorgen.Hans Castorp fuhr fort Du kommst doch gleich mit mir hinunter Ich sehe wirklich kein Hindernis. Gleich mit dir fragte der Vetter und wandte ihm seine gro en Augen zu, die immer sanft gewesen waren, in diesen fünf Monaten aber einen etwas müden, ja traurigen Ausdruck angenommen hatten.

gestern war er völlig in dem gewohnten Gedankenkreise befangen gewesen, hatte sich mit dem jüngst Zurückliegenden, seinem Examen, und dem unmittelbar Bevorstehenden, seinem Eintritt in die Praxis bei Tunder Wilms Schiffswerft, Maschinenfabrik und Kesselschmiede, beschäftigt und über die nächsten drei Wochen mit soviel Ungeduld hinweggeblickt, als seine Gemütsart nur immer zulie.

Fünfzig Meter.Im Prospekt steht hundert, aber es sind blo fünfzig.Am allerhöchsten liegt das Sanatorium Schatzalp dort drüben, man kann es nicht sehen.Die müssen im Winter ihre Leichen per Bobschlitten herunterbefördern, weil dann die Wege nicht fahrbar sind.

hatten den erhöhten Tisch am Fenster genommen, den hübschesten Platz.An dem cremefarbenen Vorhang sa en sie einander gegenüber, die Gesichter beglüht vom Schein des rot umhüllten elektrischen Tischlämpchens.Hans Castorp faltete seine frisch gewaschenen Hände und rieb sie behaglich-erwartungsvoll aneinander, wie er zu tun pflegte, wenn er sich zu Tische setzte, vielleicht weil seine Vorfahren vor der Suppe gebetet hatten.

meiner Jugend in meiner Jugend sagte er Bräune hatte, da bellte ich wie ein Wolf, und sie waren alle froh, als es locker wurde, ich kann mich noch dran erinnern.Aber so ein Husten, wie dieser, war noch nicht da, für mich wenigstens nicht, das ist ja gar kein lebendiger Husten mehr.

Ausgeräuchert, das ist famos, sagte er gesprächig und etwas ungereimt, indem er sich die Hände wusch und trocknete. Ja, Methylaldehyd, das hält die stärkste Bakterie nicht aus, H CO, aber es sticht in die Nase, nicht Selbstverständlich ist strengste Sauberkeit eine Grundbedingung.

hatten sich eben vor dem Stationsgebäude, das nicht viel mehr als ein Schuppen war, in das gelbe Kabriolett gesetzt, das dort auf steinigem Platze bereit stand, und während die beiden Braunen anzogen, warf sich Hans Castorp empört auf dem harten Kissen herum.

Joachim lachte ebenfalls herzlich es schien ihm wohlzutun, und so kam es, da die jungen Leute in gro er Aufgeräumtheit aus ihrem Wagen stiegen, der sie zuletzt im Schritt, auf steiler, schleifenförmiger Anfahrt vor das Portal des Internationalen Sanatoriums Berghof getragen hatte.

einen klaren Sachverhalt nicht künstlich zu verdunkeln die hochgradige Verflossenheit unserer Geschichte rührt daher, da sie vor einer gewissen, Leben und Bewu tsein tief zerklüftenden Wende und Grenze spielt...Sie spielt, oder, um jedes Präsens geflissentlich zu vermeiden, sie spielte und hat gespielt vormals, ehedem, in den alten Tagen, der Welt vor dem gro en Kriege, mit dessen Beginn so vieles begann, was zu beginnen wohl kaum schon aufgehört hat.

durch mehrerer Herren Länder, bergauf und bergab, von der süddeutschen Hochebene hinunter zum Gestade des Schwäbischen Meeres und zu Schiff über seine springenden Wellen hin, dahin über Schlünde, die früher für unergründlich galten.Von da an verzettelt sich die Reise, die solange gro zügig, in direkten Linien vonstatten ging.